"Wahlverwandtschaften" von Ellen Roß

Kulturtage Ehrenbreitstein Mai 2013

24 Mai-24 Juni 2013

Die strikte Beschränkung auf jeweils vier monochrome, L-förmig ineinander greifende und paarweise angeordnete Farbflächen wurde durch Johann Wolfgang Goethes Roman "Wahlverwandtschaften" inspiriert. Der Roman von 1809 beschreibt die Geschichte zweier Paare, die sich "über Kreuz" verlieben.

Auch in den hier vorliegenden Bildern wird austariert, wie die Farben zueinander stehen, welche Farben miteinander in Dialog treten und wie dieser Dialog gesteuert wird durch Empfindungen der Räumlichkeit, der Tiefe, der Gegensätze von Hell-Dunkel, Breit-Schmal, Groß-Klein, Oben-Unten.

Würde man selbst das dominierende, schmale Rot nicht eher mit dem Schwarz am Bildrand als mit dem benachbarten Hellblau kombinieren? Oder ist es nicht gerade dieses großflächige, Ruhe ausstrahlende Blau, dass dem leuchtenden Rot Halt und Festigkeit gibt?

Wie bei einem Diagramm steht die Oberfläche aus Farbe,Linien und Flächen hier für etwas anderes, liegt dieser ein Schlüssel zugrunde, der uns Verhältnisse erkennen lässt. Allerdings sind diese Verhältnisse nicht eindeutig definierbar, es entsteht ein komplexes Wechselspiel zwischen Farbe, Fläche, Farbkontrasten, - zusammenstellungen und -positionierungen.

 

Acryl auf Papier, 15x20cm